Operation des Grünen Stars

Das Glaukom, im Volksmund auch grüner Star genannt, ist eine gefährliche Augenkrankheit, bei der es durch eine Erhöhung des Augeninnendrucks zu einer allmählich fortschreitenden Schädigung des Sehnerven kommt. Dies führt zu einer zunehmenden Einschränkung des Gesichtsfeldes, letztendlich zur vollständigen Erblindung des betroffenenen Auges.

Das Risiko, an einem Glaukom zu erkranken, steigt mit zunehmendem Lebensalter und bei positiver familiärer Häufung. Es tritt einschliesslich seiner Vorstufen bei gut jedem vierzigsten Menschen über 40 Jahre auf. Jenseits des 75. Lebensjahres liegt die Häufigkeit bereits bei jedem fünfzehnten, jenseits des 80. Lebensjahres bei jedem achten Menschen.


Frührkennung
Der Grüne Star verläuft völlig beschwerdefrei, moderate Erhöhungen des Augendruckes sind absolut schmerzfrei, frühe Gesichtsfelddefekte werden nicht bemerkt. Deshalb ist die Erkrankung sehr heimtückisch. Von aussen sieht das Auge unverändert aus, sobald der Patient die ersten Anzeichen einer Sehverschlechterung feststellt, ist bereits ein grosser Schaden am Sehnerv und damit im Gesichtsfeld eingetreten, der irreversibel ist, also nicht mehr rückgängig zu machen ist.

Aus diesem Grund werden nach dem vierzigsten Lebensjahr, vor allem bei positiver familiärer Belastung, Messungen des Augendrucks alle 3-5 Jahre empfohlen. Eine rechtzeitig begonnene Behandlung kann in den allermeisten Fällen Gesichtsfeldschäden verhindern.

Therapie
Ziel einer jeden Glaukomtherapie ist es, den Augeninnendruck so zu senken, dass der Sehnerv nicht geschädigt wird und damit das Gesichtsfeld erhalten bleibt. In aller Regel wird ein Glaukom zunächst medikamentös behandelt. Verläuft diese Therapie nicht erfolgreich, kommt eine Laserbehandlung oder schließlich eine drucksenkende Operation in Frage. Diese Therapien dienen allerdings der Verhinderung weiterer Gesichtsfeldschäden, bereits aufgetretene Schäden können, anders als bei anderen Augenerkrankungen, nicht mehr rückgängig gemacht werden.

Operation
Grundprinzip der operativen Behandlung des Grünen Stars ist eine Senkung des Augeninnendruckes, dies geschieht durch eine Ableitung der im Augeninnen produzierten Flüssigkeit nach Aussen unter die Bindehaut, es wird ein so genannter filtrierender Eingriff durchgeführt. Der Fachbegriff für diese Operation ist Trabekulektomie, dabei wird unter dem Oberlid eine kleine Öffnung in die Lederhaut des Auges präpariert und die Augenflüssigkeit unter die Bindehaut abgeleitet. Bei optimalem Heilungsverlauf entsteht ein sogenanntes Filterkissen, der Augeninnendruck fällt durch die Ableitung des „überschüssigen“ Augenwassers unter die Bindehaut.
Dieser Eingriff wird normalerweise unter ambulanten Bedingungen in Tropfanästhesie durchgeführt, die Eingriffsdauer beträgt ca. 20 – 30 Min. Anders als bei anderen Augenoperationen, ist der Heilungsverlauf sehr langwierig, eine gute Wundheilung sorgt für einen Verschluss der Öffnung in der Lederhaut und ist dementsprechend bei diesem Eingriff unerwünscht. Damit ist die normalerweise im Körper positive Wundheilung für den Heilungsverlaufs dieses Eingriffs eher kontraproduktiv. Aus diesem Grund werden intraoperativ verschiedene wundheilungshemmende Massnahmen durchgeführt, sehr wichtig ist ebenfalls die sehr engmaschige Betreuung nach der Operation, es können hier verschiedene Massnahmen zur Beeinflussung der Wundheilung notwendig werden. Normalerweise geht man von einem ca. 2- bis 3-monatigen Heilungsverlauf mit notwendigen regelmässigen Kontrollen aus, allenfalls auch Interventionen mit dem Laser oder Veränderungen der notwendigen Tropfentherapie.

Die Erfolgsquote der drucksenkenden Operation bei Grünem Star liegt im ersten Jahr bei ca. 70%, d.h. bei mehr als 2/3 der Patienten kann der Intraokulardruck dauerhaft gesenkt werden, allenfalls ist jedoch eine weitere Tropfenbehandlung nötig.
Der drucksenkende Effekt dieses Eingriffes ist jedoch in den meisten Fällen nicht lebenslang gewährleistet, die Operation kann aber wiederholt werden.
Risiken dieses Eingriffs sind eine Zunahme einer allenfalls bereits vorhandenen Linsentrübung (Grauer Star), ebenfalls sind Blutungen im vorderen Augenbereich oder auch zu tiefe Augendruckwerte möglich, es können weitere operative Eingriffe notwendig werden.

Alternativ zum beschriebenen Eingriff mit der Ableitung des zuviel produzierten Augenwassers unter die Bindehaut, ist die sogenannte Zyklophotokoagulation. Hierbei wird mit einem Laser die Struktur des Auges, die das sogenannte Kammerwasser produziert, geschädigt, die Produktion des Kammerwassers also reduziert, es resultiert eine Senkung des Augeninnendrucks. Dieser Eingriff hat den Vorteil, dass die Wundheilung nicht sehr lange dauert, schwieriger ist allerdings die exakte Dosierung des Resultates, in den meisten Fällen sind mehrere Behandlungen nötig.


>> Hier sehen sie ein Video der Operation des Grünen Stars

Aktuell

Im März 2013 haben die Chirurgen in der Schweiz eine Charta lanciert, um Patienten vor Missbrauch zu schützen. Chirurgische Eingriffe sollen nur aus medizinischer Notwendigkeit und nicht aus wirtschaftlichen Überlegungen durchgeführt werden.

Die Ärzte des Augenzentrums unterstützen diese Charta und setzen deren Prinzipien bei der Arbeit mit den Patientinnen und Patienten um. Zuweisungen für operative Eingriffe an das Augenzentrum Bahnhof Basel erfolgen aus medizinischen Gründen und nicht aufgrund finanzieller Kriterien.


Charta (pdf, 29.1 KB)




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