Intravitreale Injektionen zur Behandlung der altersbedingten Makuladegeneration (AMD)

Hintergrund
Die Netzhaut, also der Film des Auges, besteht aus der Peripherie zur Wahrnehmung und Orientierung im sogenannten peripheren Gesichtsfeld, sowie aus der Netzhautmitte, der sogenannten Macula. Dieses kleine zentrale Areal weist eine enorme Dichte an Sehrezeptoren auf und ist somit in der Lage scharf zu sehen, zu lesen oder Details zu erkennen. Im höheren Alter unterliegt dieser Bereich verschiedenen Krankheitsprozessen. Diese Erkrankungen werden unter dem Begriff altersabhängige Maculadegenerationen zusammengefasst. Am häufigsten ist die sogenannte trockene altersabhängige Maculadegeneration, hier kommt es zum langsamen Untergang der Sehrezeptoren im Bereich der Netzhautmitte, es resultiert nach Jahren Leseunfähigkeit. Eine vollständige Erblindung ist aufgrund der Tatsache, dass das periphere Gesichtsfeld erhalten bleibt nicht möglich. Die trockene Maculadegeneration umfasst mehr als 90% aller Erkrankungen im Bereich der Netzhautmitte (Macula).


Feuchte altersbedingte Maculadegeneration

Sehr viel seltener ist die sogenannte feuchte altersabhängige Maculadegeneration. Bei dieser Erkrankung kommt es zur Neubildung von Blutgefässen unter der Netzhaut im Bereich der Macula, diese Blutgefässe platzen und führen letztlich zu einer Vernarbung der Netzhautmitte. Dieser Prozess läuft binnen Wochen oder Monaten ab, die feuchte altersabhängige Maculadegeneration hat einen deutlich schnelleren und aggressiveren Verlauf als die trockene altersabhängige Maculadegeneration. Das Wachstum dieser neuen Blutgefässe unter der Netzhaut wird verursacht durch einen im Auge gebildeten Botenstoff, den sogenannten Vascular Endothelial Growth Factor (VEGF).

Intravitreale Injektion
Seit einigen Jahren ist es nun möglich diesen VEGF mittels gentechnisch hergestellten Mitteln zu hemmen. Handelsnamen dieser Mittel sind Avastin oder Lucentis, das Lucentis ist dabei das einzig offiziell zugelassene Medikament für diese Erkrankung. Diese Medikamente werden im Rahmen eines kurzen operativen Eingriffs in das Innere des Auges eingebracht, die Behandlung muss je nach Verlauf sehr häufig wiederholt werden.

Diese kleine operative Behandlung erfolgt im Operationssaal nach Desinfektion der Augenoberfläche und Einsetzen eines Lidsperrers. Die Behandlung ist etwas unangenehm, jedoch nicht im eigentlichen Sinn schmerzhaft. Nebenwirkungen der Behandlung sind neben dem möglichen Nichtansprechen (ca. 20% der Fälle) Blutungen unter die Bindehaut, die in der Regel aber komplikationslos abheilen. Sehr selten kann es zu einer Infektion im Bereich des Augeninneren kommen, theoretisch ist durch diese Komplikation eine Erblindung des Auges möglich.

Aktuell

Im März 2013 haben die Chirurgen in der Schweiz eine Charta lanciert, um Patienten vor Missbrauch zu schützen. Chirurgische Eingriffe sollen nur aus medizinischer Notwendigkeit und nicht aus wirtschaftlichen Überlegungen durchgeführt werden.

Die Ärzte des Augenzentrums unterstützen diese Charta und setzen deren Prinzipien bei der Arbeit mit den Patientinnen und Patienten um. Zuweisungen für operative Eingriffe an das Augenzentrum Bahnhof Basel erfolgen aus medizinischen Gründen und nicht aufgrund finanzieller Kriterien.


Charta (pdf, 29.1 KB)




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